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Anja Sölter - Awayee 2001/2002 in Mariestad / Schweden Hej! Ich heisse Anja Sölter und komme aus Dassel. Ich bin jetzt seit fünf Monaten in Mariestad in Schweden. Der Ort hat etwa 15000 Einwohner und liegt am Vänernsee. Ich erzähle euch mal was zu den wichtigsten Sachen hier. Die Gastfamilie – Familie Backlund …war eigentlich nur meine Übergangsfamilie, aber ich bleibe jetzt das ganze Jahr hier. Wir verstehen uns wirklich gut. Meine Gastmutter Agneta ist Krankenschwester und mein Gastvater Anders arbeitet als Ingenieur. Ich habe zwei Gastschwestern, Tina (21) und Emelie (14). Ausserdem habe ich noch eine Menge „Gastgrosseltern“ und „Gastonkel“ und „Gasttanten“. Ich verstehe mich mit allen sehr gut und bin sehr glücklich mit meiner Familie. Die Schule: Vadsbogymnasiet, Mariestad Meine Schule hat 1200 Schüler und umfasst drei Klassenstufen. Im Unterschied zu Deutschland kann man in Schweden Richtungen, wie zum Beispiel Sprachen, Geschichte, Humanistik oder Natur wählen, wo dann bestimmte Schwerpunkte gelegt werden. Ich gehe in das Naturwissenschaftsprogramm und muss sagen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Chemie verstehe. Ansonsten habe ich aber auch noch Sprachen und Politik. Ein Mal in der Woche haben wir Austauschschüler eine extra-Schwedischstunde. Und noch was spezielles: In Schweden gibt es Schulessen. Mal mehr, mal weniger gut! Freizeit: Ich spiele zweimal die Woche Volleyball und Innebandy (Hallenhockey). An den Wochenenden treffe ich mich mit meinen Freunden oder gehe auf eine der Schulpartys, die es ab und zu stattfinden.
Anja mit anderen Austauschschülern in Mariestad „Repräsentantenpflichten“: Ja, das gehört auch dazu, macht aber Spaβ: Wir vier Austauschschüler (die Anderen kommen aus Japan, Litauen und Mexiko) wurden schon oft zu jeder Art von Vereinen eingeladen, um über unsere Länder zu berichten. Auβerdem habe ich schon zweimal in Deutschgruppen über typisch deutsche Dinge gesprochen (die zweite Fremdsprache in Schweden ist Deutsch). Hinzu kommen auch spontane Nachhilfestunden und Fünfminutendeutschkurse. (Das hilft mir, meine Sprache nicht ganz zu verlernen.) …typisch schwedisch: · mjölk – Milch, jeder Schwede trinkt mindestens drei Gläser am Tag (kein Scherz!) · Julmust – eine Weihnachtsbrause, die nach einer Mischung aus Hustensaft und Coca Cola schmeckt, macht aber süchtig · Man duzt die Lehrer · Alles ist umsonst, jedenfalls in der Schule. Vom Taschenrechner der Grafen zeichnen kann bis zum Englischschreibheft. Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in mein Leben hier bekommen. Wie man sieht, ist Schweden mehr als nur IKEA, Elche (ich habe noch keinen gesehen) und „kalt“. Obwohl das Heimweh manchmal groβ ist könnte ich mir nicht vorstellen, jetzt nach Hause zu fahren. Durch die Distanz habe ich auch über viele „typisch deutsche“ Dinge eine ganz andere Sicht bekommen. Es lohnt sich, sein Nachbarland näher kennen zu lernen, eine neue Sprache „gratis“ dazu zu bekommen und neue Freunde zu finden. All diese Erfahrungen möchte ich nicht missen. Anja Sölter 29.01.2002 |